Lebenslage

Einkommen-, Lohnsteuer (Behinderte Menschen)

Je nach Art und festgestelltem Grad der Behinderung (GdB) können behinderte Menschen und deren Pflegepersonen erhöhte Kosten zur Lebensführung steuerlich geltend machen.

  • Behindertenpauschbetrag: 310 bis 3.700 Euro
    je nach Grad der Behinderung und Merkzeichen

Sie können ihn in der jährlichen Einkommensteuererklärung geltend machen oder als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) für den monatlichen Lohnsteuerabzug eintragen lassen.

Den Behinderten-Pauschbetrag Ihrer Ehefrau oder Ihres Ehemannes beziehungsweise Ihrer eingetragenen Lebenspartnerin oder Ihres eingetragenen Lebenspartners können Sie als Arbeitnehmerin oder als Arbeitnehmer ebenfalls in Ihren ELStAM erfassen lassen. Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann beziehungsweise Ihre Lebenspartnerin oder Ihr Lebenspartner darf dann den Pauschbetrag nicht für sich in Anspruch nehmen. Das gilt auch für ein behindertes Kind, für das Sie Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder auf Kindergeld haben. Hierfür ist ein Antrag erforderlich.

Der einem Kind zustehende Pauschbetrag wird in der Regel auf beide Elternteile zur Hälfte übertragen. Auf gemeinsamen Antrag der Eltern ist eine andere Aufteilung möglich. Ist ein Elternteil gestorben oder lebt dieser nicht in Deutschland, kann der Pauschbetrag in voller Höhe in die ELStAM des anderen Elternteils übertragen werden. Für Kosten, die der Behinderten-Pauschbetrag abdeckt, besteht dann kein Anspruch mehr, außergewöhnliche Belastung geltend zu machen.

Hinweis: Bei einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 25 kann der Pauschbetrag nur angerechnet werden, wenn

  • wegen der Behinderung ein gesetzlicher Anspruch auf Rente (z. B. Unfallrente, nicht aber aus der gesetzlichen Rentenversicherung) oder andere laufende Bezüge besteht,
  • die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder
  • die Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruht.

Mit dem Pauschbetrag werden die laufenden und typischen Kosten für

  • die Hilfe bei den gewöhnlichen und wiederkehrenden Tätigkeiten des Alltags, 
  • die Pflege und
  • den erhöhten Wäschebedarf

abgegolten.

  • Außergewöhnliche Belastungen

Alle übrigen behinderungsbedingten Aufwendungen, beispielsweise Operationskosten, Heilbehandlungen, Kuren, Arzneikosten und Arztkosten können daneben als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden.

  • Pauschbetrag als Pflegeperson eines behinderten Menschen: 924 Euro
  • Fahrtkosten:

Für Fahrten zur Arbeitsstelle können behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung

  • von mindestens 70 oder
  • von mindestens 50, die im Straßenverkehr in ihrer Bewegungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt sind

anstelle der Entfernungspauschale von 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer die tatsächlichen Kosten als Werbungskosten geltend machen.

Für Privatfahrten gilt:

Kosten bis 3.000 km zu je 0,30 Euro (900 Euro) im Jahr können schwerbehinderte Menschen als außergewöhnliche Belastungen geltend machen mit

  • dem Merkzeichen G (erhebliche Gehbehinderung) und einem Grad der Behinderung von mindestens 70 oder
  • einem Grad der Behinderung von mindestens 80.

Kosten bis zu 15.000 km zu je 0,30 Euro (4.500 Euro) im Jahr können schwerbehinderte Menschen als außergewöhnliche Belastungen geltend machen mit den

  • Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung), 
  • Merkzeichen Bl (Blinde) oder
  • Merkzeichen H (Hilflos).

Hinweis: Alle genannten steuerlichen Vergünstigungen müssen Sie durch die entsprechenden Feststellungsbescheide dem Finanzamt gegenüber nachweisen. Die notwendigen Nachweise erhalten Sie in der Regel vom Versorgungsamt.

Übergeordnete Lebenslage: Erleichterungen und Hilfen

  • Gemeinde Heddesheim
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