1974 - 2024 - 50 Jahre Partnerschaft Heddesheim – Nogent-le-Roi


Die Sterne *** auf dem Ortsschild drücken aus, dass Frankreich und Deutschland Mitglieder der „Europäischen Union (EU)" sind. Nachfolgend sind alle diejenigen Länder Europas, die sich zur „Europäischen Union" zusammengeschlossen haben, abgebildet.

Die Flagge der Europäischen Union (EU) zeigt zwölf goldene Sterne im Kreis auf blauem Grund. Die Zahl der 12 Sterne bedeutet Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit und steht nicht für die Anzahl der Staaten in der EU, denn das sind mittlerweile 27 Stück.

Karte_EUFlagge_EU

Drei Geschichten in und um Nogent-le-Roi

I. Wie der König den Bürgern von Nogent-le-Roi den Fluss wegnehmen wollte

Einst lebte in Frankreich ein mächtiger König mit Namen „Ludwig der Vierzehnte". Sein Reich war so groß und seine Herrschaft so strahlend wie die Sonne, weshalb man ihn auch den „Sonnenkönig" nannte. Eines Tages begann König Ludwig, für sich ein märchenhaftes Schloss bauen zu lassen, und zwar in VersailIes, das etwa 50 km von Nogent-le-Roi entfernt ist. Dabei war es der Wunsch des Königs, ein Schloss mit großartigen Wasserspielen zu besitzen. Nun braucht man aber für solch prächtige Wasserspiele viel Wasser. Um sich dieses Wasser zu beschaffen, beschloss der Sonnenkönig, den Fluss Eure von Nogent-Ie-Rol aus mit Hilfe eines Kanals nach Versailles umzuleiten. Bald erschienen in Nogent viele königliche Bauarbeiter und Soldaten, die auch sofort anfingen, den geplanten Kanal zu graben.

Die Bürger von Nogent-le-Roi waren darüber gar nicht glücklich, denn sie benötigten den Fluss Eure selbst ganz dringend zur Bewässerung der Felder, der Wälder und der Mühlen. Wovon sollten sie denn leben, wenn plötzlich ihr Land nicht mehr genügend Wasser bekäme?! Womit sollten die Wassermühlen zum Mahlen ihres Getreides angetrieben werden?

In dieser Not geschah etwas Unglaubliches: Eine schreckliche Krankheit – man nennt sie auch eine Seuche – befiel plötzlich die Bauarbeiter und Soldaten des Königs, so dass sehr viele von ihnen starben. Alle Krankenhäuser in und um Nogent und auch die Räume des nahen Klosters Coulombs waren mit kranken Menschen überfüllt. Die meisten von ihnen konnten nicht mehr gerettet werden. – Bald war niemand mehr da, der den Kanal weiterbauen konnte und der König musste die Bauarbeiten einstellen lassen. – Die Bürger von Nogent und Umgebung jedoch konnten aufatmen, ihr Fluss „Eure“ war gerettet.

Koenig_Fluss

II. Kommen Asterix und Obelix aus Faverolles?

Vor über tausend Jahren lebten Im Gebiet von Nogent-le-Roi die Gallier, ein Volksstamm, der berühmt war für seine Druiden.  Druiden sind weise und zauberkundige Männer, die nahe bei Faverolles - im Ort Senantes - eine „Schule für Druiden" führten. Aus dem ganzen Land der Gallier kamen junge Menschen nach Faverolles. Dort wurden sie als Druiden ausgebildet und konnten mit ihrem hier erworbenen Wissen später als Heildoktore und Lehrer für ihre Mitmenschen tätig sein.

Fast zweitausend Jahre später erinnerte sich in Faverolles ein Nachkomme dieser Gallier mit Namen „UDERZO" an die glorreichen Taten seiner Vorfahren. Er beschloss, die vielen Sagen und Überlieferungen aus dieser Zeit in Form einer COMIC-Serie wieder aufleben zu lassen. Mit seinem Freund Goscinny zusammen schuf er die Bücher von „Asterix" und „Obelix", die jedes Kind hier bei uns kennt.

Dieser weltberühmte Schriftsteller und Comic-Zeichner UDERZO wohnt nach wie vor in Faverolles. Da es ohne ihn keinen Asterix und keinen Obelix geben würde, kann man sagen, dass diese beiden von UDERZO erfundenen Comicgestalten aus Faverolles bei Nogent-le-Roi kommen.

Der letzte Heddesheimer, der UDERZO gesehen hat, ist Dieter Kolb. UDERZO ist mittlerweile 87 Jahre alt.

Asterix_und_Obelix

III. Das berühmte Faverolles-Huhn!

Frankreich ist auf der ganzen Welt für seine gute Küche bekannt. Viele Franzosen und Französinnen bereiten mit großer Liebe Speisen zu. Zu ihren üppigen Gastmahlen laden sie gern Gäste und Freunde ein. Dazu trinken sie mit Vorliebe roten oder weißen Wein und auch einmal einen Aperitif.

Wie waren die französischen Köche froh, als sie hörten, dass in Faverolles, einem kleinen Ort bei Nogent, eine neue Hühnerrasse gezüchtet worden war. Diese Faverolles-Hühner haben zwei hervorragende Eigenschaften. Zum einen legen sie viele gute Eier, zum anderen schmecken sie ausgezeichnet. Bald war denn auch diese Hühnerrasse in ganz Frankreich und darüber hinaus bekannt.

Als unser früherer Bürgermeister Kessler damals nach Faverolles kam, wurde ihm vom dortigen Bürgermeister Marcel Vinson ein Original-Faverolles-Huhn-Zuchtpaar (Hahn und Henne) geschenkt. Bald darauf schlüpften in Heddesheim von diesen Prachthühnern die ersten Küken aus. Alle Heddesheimer freuten sich über diesen Erfolg. Als Marcel Vinson davon hörte, schickte er umgehend an Fritz Kessler eine Glückwunschkarte zum „freudigen Ereignis“!

Faverolles_Huhn

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Redakteur / Urheber
Gemeinde Heddesheim