1974 - 2024 - 50 Jahre Partnerschaft Heddesheim – Nogent-le-Roi


- Fortsetzung -

Die Städtepartnerschaft zwischen Heddesheim und dem ehemaligen Kanton Nogent-le-Roi wurde im Jahre 1974 begründet, wobei auf französischer Seite 13 Gemeinden mitwirkten. Anfang 1986 kamen zwei neue Gemeinden hinzu, und zwar die Ortschaften Croisilles und Boullay-Thierry.

Ende 1987 schloss sich eine weitere Gemeinde der Partnerschaft an, und zwar der Ort Saint-Laurent-Ia-Gâtine.

Später schloss sich noch les Pinthiéres der Partnerschaft an.

Wir möchten Ihnen heute die drei hinzugekommenen Gemeinden in Wort und Bild kurz vorstellen.

Saint-Laurent-Ia-Gâtine
Rund 400 Einwohner, Gemarkungsfläche 695 ha.

Die Gemeinde Saint-Laurent-Ia-Gâtine erhielt ihren Namen durch den heiligen Laurent, der am 10. August 258 während der Regierungszeit des Kaisers Valerien verstarb.

Während des 12. Jahrhunderts hieß das Dorf Saint-Laurent. Der Name La-Gâtine deutet darauf hin, dass das Gebiet lange unbebaut oder bewaldet war. Im 12. Jahrhundert befand sich die Gemeinde von Saint-Laurent-la-Gâtine im Besitz verschiedener Gutsherren und der Mönche von Coulombs. Im Jahre 1573 wird die Gemeinde von Saint-Laurent vom Gutsherrn St. Pol aufgekauft. Zwischen dem neuen Gutsherrn und der Abtei von Coulornbs kommt es oft zu Streitigkeiten. Ab 1695 bis 1789 ging die Gutsgemeinde von Saint-Laurent in den Besitz der Familie d' Amfreville über sowie die Gemeinde Boissy.

Die_Kirche_von_Saint-Laurent_-la-Gtine

Die Kirche von Saint-Laurent -la-Gâtine

Die Architektur der Kirche weist deutlich auf zwei verschiedene Epochen hin: 12. und 13. Jahrhundert, charakterisiert durch den westlichen Giebel und eine sehr schöne Bogentür. Aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen die Fensterkreuze unter einer Arkade von verzierten Spitzbogen.

Die Kirche wurde mit Bruchsteinen erbaut. Sie weist Stützpfeiler aus Sandstein auf. Die Wölbung ist spitzförmig und wird durch 14 Fenster erhellt. Das Wappen der Familie St. Pol befindet sich noch in einem der Fenster. Der Glockenturm erhebt sich an der westlichen Seite des Kirchenschiffs und ist 4 m lang und 3,20 m breit.

Am unteren Teil des Turmes befindet sich das Taufbecken mit einem kleinen, viereckigen, schieferbedeckten Glockenturm.

Ortsteil L‘Aumône
Im 12. Jahrhundert nannte sich dieser Weiler Baudeval, genannt nach einem Bach gleichen Namens, der durch Faverolles floss. Der Priester Roger de Coulombs erbaute in diesem Weiler ein Hospiz (Altersheim), das man als „Almosen" vom Coulombs bezeichnete (Almosen = Aumône). Die Abtei sorgte für die Rente der Bedürftigen und deren Witwen. Unterkunft und Nahrung gingen auf Kosten der Abtei.

Das Hospiz existiert nicht mehr, nur noch eine Kapelle mit einer Statue „La Madeleine.de l'Aumône". Der letzte Vermerk über diese Kapelle stammt vom 13. Januar 1919. Nach dem späteren Abriss erhielt die Statue einen neuen Platz.

Boissy
Buxeuin und Busseium (Buchsbaum) ist im Mittelalter zum ersten Mal in den Urkunden als eigenständiger Name erschienen. Alles deutet darauf hin, dass die Gegend mit Buchsbaum bepflanzt war. Boissy war die Residenz des Gutsherrn von St. Laurent-la-Gâtine. Das Gut war lange in den Händen der Familie St. Pol, daher zeitweise der Name Boissy St. Pol, und später während der Dauer von zwei Jahrhunderten Boissy-Ie-sec wegen der Armut, hervorgerufen durch die Kriege. Das Schloss, Residenz der Familie d'Amfreville bis 1789, gehörte Mademoiselle de Chambrun.

Zwischen Boissy und St. Laurent gibt es noch Reste einer römischen Straße, die Dreux mit Corbell (bei Paris) verband.

Die Gemeinde Saint-Laurent-Ia-Gâtine war zweimal von deutschen Truppen besetzt:
am 13. Februar 1871 I 364 Mann und 168 Pferde,
am 11. März 1871 I 832 Mann und 42 Pferde.

Mr. Baubion, der damalige Bürgermeister, notierte die Besetzung mit 8.626,98 Francs Kosten.

Croisilles
383 Einwohner, 572 ha Gemarkungsfläche.

Überwiegend landwirtschaftliche Nutzung, ausgedehntes Jagdgebiet.

Sehenswürdigkeiten: Kirche Saint-Pierre mit Sandsteinsäulen und Sonnentor, Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert, bemalte Steinstatuen.

Auf dem Platz vor dem Altar ein Sandkreuz aus dem 15. Jahrhundert, das früher das Zentrum des Friedhofes markierte. Auf Privatgelände befindet sich ein Teil des ehemaligen Herrenguts, zu dem die Kirche gehörte.

Le Boullay-Thierey
483 Einwohner, Gemarkungsfläche 1.287 ha.

Ebene Ortschaft mit weitem Ausblick, wo sehr viele Findlinge gefunden wurden.

Kirche_Saint-Lubin

Kirche Saint-Lubin

Sehenswürdigkeiten: Kirche Saint-Lubin aus dem 12. Jahrhundert mit Umbauten aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sehr bemerkenswerte Konstruktion, eine der Kapelle steht im Zusammenhang mit dem Schloss. Das renovierte Schloss ist ein sehr imposantes und im Stil reines Beispiel aus der Zeit Ludwigs XIII. Das Schloss ist vom Ortsplatz durch ein Eisengitter und einen Hof getrennt, kann aber gut vom Platz aus eingesehen werden. Dort wurde im Jahre 1874 Zoe Victoire Talon geboren, mehr bekannt unter ihrem Namen „Comtesse de Cayla", Geliebte von Ludwig XVIII. Eine herrliche Allee führt zu dem schönen architektonischen Ensemble von Kirche und Schloss.
- Fortsetzung folgt –

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Redakteur / Urheber
Gemeinde Heddesheim